Was bringt ein Unternehmensauftritt auf Xing, Facebook oder Twitter und welche Risiken geht das Unternehmen damit ein?
Das Auftauchen in der Social-Media-Landschaft bedeute soziale Beziehungen in virtueller Kommunikation einzugehen. Neben Kosten für die Erstellung eines professionell aussehenden Accounts fallend Kosten für seine Pflege an. Soziale Beziehungen erfordern ständige Kommunikation zu ihrer Aufrechterhaltung. Im Unterschied zur einseitigen Kommunikation über die Homepage gebietet die Norm der Sozialen-Netzwerke das Reagieren auf die Aktionen der Kunden, Fans, Bewerber oder Interessenten. An dieser Schnittstelle kann es zur „Personalisierung der Organisation“ kommen. Eigentlich sind Organisationen etwas Abstraktes für den Menschen, vor allem, wenn es um die Kommunikation geht. Die Kommunikation zwischen Individuen, seien es nur zwei, drei, eine Gruppe von Freunden oder eine Familie ist etwas gewohntes, etwas im Laufe der Menschheitsgeschichte normal gewordenes. Mit Organisationen (Unternehmen) sind die Menschen hingegen erst seit einigen Jahrhunderten konfrontiert. Die Kommunikation mit einer Organisation ist für die meisten ein noch jüngeres Kind, weil die Möglichkeiten und Notwendigkeiten hierzu bislang gering waren. Mit der Entdeckung der Sozialen-Netzwerke durch Unternehmen werden sie größer.
Eigentlich ist es klar, dass eine Organisation etwas anderes als ein Individuum, eine Familie oder eine Gruppe ist. Doch wie tritt man diesem Abstraktum gegenüber? Menschen sind in ihren Handlungsgewohnheiten meist sehr verhaftet. Sie kommunizieren so wie sie es können, so wie sie es gewohnt sind. Sie wenden sich an eine Organisation wie etwa an eine Person und haben sie als eine solche in ihrer „Vorstellung“. Die Organisation wird in einem gewissen Maße personalisiert. Sie bekommt bestimmte Zuschreibungen wie umweltfreundlich, ausbeuterisch oder rücksichtslos und nur profitorientiert. Durch die Kommunikation in den sozialen Netzwerken können diese „Charakterisierungen“ seitens der Organisation beeinflusst werden. Es ist eine Chance und eine Herausforderung zugleich. Folgende Faktoren beeinflussen den „Charakter“/Image eines Unternehmens:
- Soziale Beziehungen erfordern Zeit zur Kommunikation. Ein Schweigen könnte im schlimmsten Fall als Arroganz ausgelegt werden.
- Durch den Auftritt in Social-Media erhöht sich die Wahrscheinlichkeit gefunden zu werden. Interessante Angebote oder Stellenanzeigen könnten von den Nutzern an Freunde weiter geleitet werden. Für das Unternehmen unangenehme Äußerungen natürlich auch.
- Offenheit lässt sich durch konstruktive Auseinandersetzung mit Kritik herstellen. Seit Bestehen von www.kununu.com müssen eigentlich, die am eigenen Image interessierten Unternehmen etwas zu den Bewertungen zu sagen haben. Oder sie auch als Hinweise auf zu verbessernde Probleme nutzen, vor allem, wenn es die Meinung über das Unternehmen ist.
- Die Kommunikation sollte an die Normen der Plattform und des Kundenkreise angepasst sein. Auf Xing geht man förmlicher miteinander um als auf Facebook.
- Einfaches Auftreten sorgt für eine persönliche und somit eher greifbare Note in der Kommunikation. Übertriebene Werbung zu der ich auch das Veräußern von hochtrabenden „Über-Uns-Sätze“ zähle sorgt hingegen für emotionale Distanz.
- Angesichts des Nachwuchsmangels in manchen Berufen kann eine Frühe Kontaktaufnahme und eine klare Kommunikation von Fähigkeiten und Fertigkeiten der zukünftigen Mitarbeiter vorteilhaft sein. Der persönliche Kontakt zu den Interessenten wird für eine Bindung sorgen. Meinestadt.de bietet ein Ausbildungsfinder-App für das iPhone an.
- Social-Media in Unternehmen ist auch mit Gefahren verbunden. Eine davon ist Betriebsspionage. Aus Angst davor verbot Porsche seinen Mitarbeitern die Nutzung Sozialer Netzwerke während der Arbeitszeit. Spione könnten Kontakte knüpfen und so an geheime Informationen gelangen.
- Für Neulinge auf dem Gebiet der Social-Media gibt es zahlreiche Helfer und Hilfen, eine davon ist das Social-Media-Glossar der PR SEO GmbH.
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