Enterprise 2.0 im Change-Management

Der Lehrstuhl für Organisation an der Universität Stuttgart hat in einer Online-Expertenbefragung die Effektivität und Effizienz des Change-Instrumentariums untersucht.[1] Wie bereits bekannt wird die Effektivität zum großen Teil von der Akzeptanz bestimmt, die die Mitarbeiter dem Change entgegenbringen und die Effizienz von der Dauer und Kosten des Projektes.

An der Befragung nahmen zwischen Ende April und Anfang Mai 2010 Change-Manager und andere Fachexperten teil. Diese 409 Personen sind hauptsächlich in der Dienstleistungsbranche, dem Maschinenbau und Energiesektor tätig. Dort führen sie in erster Linie Strategiewandel- und Restrukturierungsprojekte durch.

Die Studie zeigt, dass Enterprise 2.0 Anwendungen neben den konventionellen Instrumenten wie Workshops, Einzelgesprächen oder Einsatz von Multiplikatoren erfolgreich Einzug in das Change-Management halten. So haben bereits 40% der Befragten Erfahrungen mit folgenden Enterprise 2.0 Anwendungen gemacht: Online-Befragungen (64%), Virtuelle Communities (43%), Wikis (40%) und Soziale Netzwerke (32%). Neuere Instrumente wie Microblogs oder Jam-Events kommen allerdings bislang noch selten zum Einsatz. Mehr als 70% der Experten glauben, dass in ein bis zwei Jahren Enterprise 2.0 Anwendungen mindestens 20% des Change-Instrumentariums ausmachen werden.

87% der Enterprise 2.0 erfahrenen Change-Manager geben an den Informationsstand der Betroffenen mithilfe der Software zu verbessern. 62% nehmen an auf diesem Wegen die Qualifikation der Mitarbeiter zu steigern. Motivation (über 67%) und Partizipation (über 78%) lassen sich nach Einschätzung der Experten ebenfalls verbessern. An dieser Stelle interessiert uns die Frage wie das überhaupt funktioniert? Mitarbeiter, die über Informationen zu einem gut ausgearbeiteten Change-Projekt verfügen müssen sich nicht mit Annahmen und Phantasien über das bevorstehende Neue herumplagen. Stattdessen erfahren sie ein Gefühl der Sicherheit in Bezug auf die zukünftige Veränderung. Die Möglichkeit der Partizipation lässt die Motivation steigen, weil die Menschen sich ernst genommen fühlen, ihr Mitwirken an der Sache steigert ferner die Akzeptanz.

Die Effizienzpotenziale kommen ab einer kritischen Größe von 50 und mehr Betroffenen zum tragen. So sehen 45% der Enterprise 2.0 erfahrenen Change-Manager eine Verkürzung der Laufzeit und 44% ein Kostensenkung bei Veränderungsprojekten.


[1] Reiß, M. &. Steffens D. (2010): Effektiver, akzeptierter, innovativer – Changemanagement 2.0. In: Wissensmanagement, H. 7, S. 50–51.

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein abgelegt und mit , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort zu Enterprise 2.0 im Change-Management

  1. Pingback: » Perlen der Woche: Change Management 2.0, Wikileaks u. P2P, Hilfe zum JMStV und ein Blick in die Glaskugel » Kommunikation – zweinull

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Log Out / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Log Out / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Log Out / Ändern )

Verbinde mit %s