Der SID/FIT Social Media Report 2010/11 der Software-Initiative Deutschland e.V. (SID) wurde gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik (FIT) erarbeitet und dabei von der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg unterstützt. Das Ergebnis lässt eine zunehmende Verwendung von Social-Software in Unternehmen in der Zukunft vermuten, denn für mehr als 75% der Deutschen Firmen ist die Meinungsbildung über das Unternehmen in sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter oder Xing sehr wichtig. Über die Hälfte der Firmen setzen Sozial-Software bereits ein.
Allerdings haben 76% der Unternehmen Bedenken im Punkto Datensicherheit und 58% befürchten, dass Geschäftsgeheimnisse in den Netzwerken verraten werden könnten. Die Fragen der Datensicherheit und der Geheimhaltung von vertraulichen Informationen scheinen die größten 30 DAX-Unternehmen jedoch in den Griff bekommen zu haben, sie alle sind in sozialen Netzwerken vertreten und können sicherlich als positive Beispiele dienen.
Laut Gartner (16.12.2010), einem IT-Marktforschungs- und Beratungsunternehmen soll der Umsatz von Enterprise 2.0 und Social Software im Jahre 2011 um 15,7% auf 769,2 Millionen US Dollar ansteigen. Für das laufende Jahr wird ein Umsatz von 664,4 Millionen US Dollar prognostiziert, was einem Anstieg von 14,9% im Vergleich zum Jahr 2009 entspricht. Ist das zu schnell, zu viel und deutet es auf eine Blase hin?
Die IT-Freiberufler (55%) und Projektanbieter (58%) der IT-Projektbörse Gulp sehen Enterprise 2.0 und Social-Software eher als eine Luftblase. Im Jahr 2009 waren es immerhin 72% und 66%. Die Tendenz zeigt also, dass die Meinung in Richtung Enterprise 2.0 und Social-Software mit positiver Konnotation zu kippen scheint, wenn auch nur langsam. Wo bleiben eigentlich andere kritische und warnende Stimmen?
Die Prognose von Gartner steht natürlich den Gulp-Ergebnissen diametral gegenüber. An dieser Stelle ist es wichtig anzumerken, dass zwischen Deutschland und dem gesamten Markt ein Unterschied besteht. Hierzulande gibt es noch immer Bedenken bezüglich der Sicherheit. Aus Fallstudien ist bekannt, dass das Management einiger Unternehmen einen Kontrollverlust beim Einsatz von Enterprise 2.0 befürchtet. Diese Vorsicht lässt in Deutschland unserer Meinung nach keine „Enterprise 2.0 – Luftblase“ entstehen. Eher ist ein langsames und stätiges Wachstum zu erwarten.